Die ausgezeichnete Atmosphäre in der beeindruckenden Kulturkirche versprach schon einen besonderen Konzertgenuss.

Genau diese Erwartung erfüllte das MännerQuartett 1881 mit einem „Feuerwerk der guten Laune,“ womit das Frühjahrskonzert stimmungsvoll überschrieben war.

Mit unserem Chorleiter Lutz Schneider hatte der Vorstand einen bunten Frühlings-Strauß zusammengestellt, der es in sich hatte.

Als musikalische Unterstützung konnten wir die Sopranistin Lea Ostgathe gewinnen, ein echtes „Bottroper Eigengewächs“. Mit ihrer geschulten klaren Stimme eroberte diese sympathische Sängerin direkt die Herzen der Zuhörerschaft. Sie überzeugte besonders mit: „Ich bin die Christel von der Post“ und „Meine Lippen, sie küssen so heiß“, was ganz besonders gut beim Publikum ankam. Weiter brillierte sie mit „Mein Liebeslied soll ein Walzer sein“ von Robert Stolz und „Ich bin eine Frau, die weiß, was sie will,“ was nicht nur die Männer überraschte.

Was aus dieser zarten Person für eine stimmliche Energie erklang, war schon sehr beeindruckend, und das bewies sie nochmals, als sie zusammen mit dem MännerQuartett das Weinlied „Im Feuerstrom der Reben“ zelebrierte.

Die überwiegende musikalische Chorarbeit lag natürlich in den Händen, oder besser in den Kehlen der gestandenen Sänger, die eine herausragende Leistung boten. Besonders gelungen war das temperamentvolle „Feuerwerk der guten Laune“ von Otto Groll, was die Stimmung zu Beginn so richtig anheizte. Anspruchsvoll waren auch die Stücke aus „Fiesta Brasiliana“ mit dem „Tropischen Abend“ und „Wenn dunkelrot der Himmel“, im nächtlichen Schein erleuchten. Dafür gab es fürs Herz die „Melodien zum Verlieben“, wo die Frühlingsgefühle überwiegten. Dann widmete sich das MännerQuartett den zünftigen aber aussagekräftigen Liedern von Udo Jürgens, denen man nicht widersprechen kann.

Da heißt es „Mit 66 Jahren“ da fängt das Leben an und wer möchte die Zeit danach nicht noch genießen.

Im „Griechischen Wein“ ging es um die Geschichte der Gastarbeiter und deren Heimweh nach Zuhause.

Zum Abschluss wurde noch einmal heiß das „Balkan Feuer“ entfacht, wo Heiterkeit und Freude sich temperamentvoll verbinden.

Bei all diesen musikalischen Genüssen muss man auf jeden Fall eine ganz wichtige Person loben und hervorheben. Das ist unser unersetzlicher und zuverlässiger Martin Fratz, der nicht nur die Tastatur des Flügels in Vollendung beherrscht, sondern auch eine Moderation gestaltet, die ihresgleichen sucht. Mit köstlichem Humor und präziser Musikgeschichte der Komponisten, lieferte er zahlreiche interessante Informationen. Wer bei der ganzen Berichterstattung eigentlich immer viel zu kurz kommt, ist unser Dirigent Lutz Schneider, der auch die Gesamtverantwortung trägt.

Ohne seine intensive Probenarbeit, die ja die entscheidende Grundlage bilden, kämen solche Leistungen gar nicht zustande.

Daher kamen die Freunde der Chormusik an diesem Sonntag auch voll auf ihre Kosten und durften zum Schluss noch einmal dem tollen Zusammenspiel von allen Beteiligten lauschen. Denn als Zugabe erklang im voll besetzen Festsaal das herrliche Stück, „Wo Liebe ist wird Frieden sein,“ wovon diese Welt mit Sicherheit gar nicht genug bekommen kann.

 

Rolf Zydeck, 17.06.2026